ADHS/ADS im Erwachsenenalter

ADHS/ADS im Erwachsenenalter wird heute häufiger diagnostiziert als noch vor einigen Jahren. Doch bedeutet das wirklich, dass immer mehr Menschen betroffen sind? Oder wird die Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung heute einfach besser erkannt?
In diesem Artikel erfährst du, wie häufig ADHS/ADS bei Erwachsenen vorkommt, warum die Diagnosen steigen und ob es sich wirklich um eine „Modediagnose“ handelt.
Was ist ADHS/ADS im Erwachsenenalter?
ADHS/ADS ist eine neurobiologisch bedingte Diversität, die bereits in der Kindheit beginnt, aber häufig bis ins Erwachsenenalter bestehen bleibt.
Typische Symptome bei Erwachsenen sind:
- Konzentrationsprobleme und schnelle Ablenkbarkeit
- Schwierigkeiten mit Organisation und Zeitmanagement
- Innere Unruhe statt äußerer Hyperaktivität
- Impulsivität und emotionale Dysregulation
Wichtig: ADHS/ADS zeigt sich im Erwachsenenalter oft subtiler und wird daher lange übersehen.
Wie häufig ist ADHS/ADS bei Erwachsenen?
- Ca. 2,5 % bis 5 % der Erwachsenen sind betroffen
- Bei etwa 40–60 % der Betroffenen bleiben Symptome aus der Kindheit bestehen
- Viele Erwachsene erhalten ihre Diagnose erst spät im Leben
Das bedeutet: ADHS/ADS ist keine seltene neurobiologische Diversität, sondern häufig unerkannt.
Warum steigen die ADHS/ADS-Diagnosen?
Die steigenden Zahlen haben mehrere gut erforschte Gründe:
1. Mehr Bewusstsein für psychische Gesundheit
- ADHS/ADS ist heute weniger tabuisiert
- Mehr Menschen suchen aktiv nach Unterstützung
2. Bessere Diagnostik
- Spezifische Diagnosekriterien für Erwachsene
- Mehr geschulte Fachkräfte
3. Nachträgliche Diagnosen
- Viele Betroffene wurden als Kinder nicht erkannt
- Diagnosen werden im Erwachsenenalter nachgeholt
4. Mehr Sichtbarkeit bei Frauen
- Frauen zeigen oft andere Symptome (z. B. weniger Hyperaktivität) —>ADS
- Dadurch wurden sie früher häufiger übersehen
Ist ADHS/ADS eine Modediagnose?
Diese Frage taucht häufig auf, die wissenschaftliche Antwort ist klar:
Nein, ADHS/ADS ist keine Modediagnose.
Es handelt sich um eine gut erforschte, neurobiologische Diversität.
Was tatsächlich passiert:
- Früher gab es eine starke Unterdiagnostik
- Heute werden mehr Fälle erkannt, die vorher übersehen wurden
Der Anstieg der Diagnosen bedeutet also vor allem:
Mehr Verständnis statt mehr Erkrankungen.
Warum bleibt ADHS/ADS oft unerkannt?
Viele Erwachsene leben jahrelang ohne Diagnose, weil:
- Symptome falsch interpretiert werden (z. B. als Stress oder Depression)
- Strategien zur Kompensation entwickelt werden
- klassische „Hyperaktivität“ fehlt
Das kann zu einem langen Leidensweg führen, mit Auswirkungen auf:
- Beruf
- Beziehungen
- Selbstwertgefühl
Fazit: Mehr Diagnosen = mehr Klarheit
ADHS im Erwachsenenalter ist:
- wissenschaftlich gut belegt
- häufig unterdiagnostiziert gewesen
- heute besser erkennbar
Der aktuelle Anstieg der Diagnosen zeigt vor allem eines:
Mehr Menschen bekommen endlich eine Erklärung für ihre Schwierigkeiten.
Literatur
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